Crabilla

Mit Figuren Englischlernen leicht gemacht
Puppenspielerin Barbara Kirschner gab Einblick in eine märchenhafte Unterrichtswelt

CrabillaVilsbiburger Zeitung, 02.06.2003
Geisenhausen.

Die hier ansässige Amerikanerin Diane Kisling bewies, nach dem faszinierenden Storyteller Jim Wingate im November, wieder Geschick bei der Auswahl der Referentin ihres Seminars im Rahmen des Programms "EMS - Englisch macht Spaß". Dies ist eine 1994 von ihr ins Leben gerufene Initiative für Kinder im Alter von drei bis zehn Jahren, nach einer von ihr entwickelten Methode spielend die englische Sprache zu erlernen.
Sie konnte für ihren Workshop zum Einsatz von Figuren im Unterricht der Grundschule und im Kindergarten die in München beheimatete "Allroundfrau für Puppen", Barbara Kirschner, gewinnen. Die Teilnehmerinnen waren bis aus Würzburg und Heidenheim angereist und "kamen auf ihre Kosten".

Eingangs wies die Referentin darauf hin, dass man die frühere Formulierung "Puppen" in diesem Rahmen heute nicht mehr gern benutze und durch den Ausdruck "Figuren" ersetzt habe. Barbara Kirschner ist seit 25 Jahren begeisterte Puppenspielerin und nennt an die 100 Figuren ihr Eigen. Sie behandelt sie behutsam mit dem nötigen Respekt und erklärt: "Die Figuren leben auf eine Art für mich. Ich habe keine Enkel, die Figuren sind jetzt daher beinahe meine Kinder."

Sie haucht ihnen Leben ein, erfindet jede Menge Geschichten um sie herum und besitzt eine Auswahl verschieden großer Bühnen für ihre Theaterstücke. Nachdem die Puppenspielerin zwölf Jahre lang eine Montessori-Kinderwerkstatt in München geleitet hatte, fühlte sie sich den Kindergartenkindern besonders verbunden. Barbara Kirschner macht seit vier Jahren Lehrerfortbildungen an den Grundschulen und war mit einem großen Aufgebot an Figuren verschiedener Größen, Farben und Formen nach Geisenhausen gekommen.

Begriffe fielen wie Hand- und Fingerpuppen, Marionetten, Tischfiguren, Spieltiere, Phantasiewesen und sprechende Objekte. Selbst mit simplen Handschuhen könne man die Kinder in die bunte Welt der Phantasie entführen, wusste sie aus eigener Erfahrung.

Für die Sonderschulpädagogin Diane Kisling und ihre Seminarteilnehmerinnen gab es eine Unmenge zu sehen, zu hören und zu lernen und die Englisch-Teacher waren ebenso begeistert bei der Sache wie das später ihre Schüler sein werden. Zu den Grundlagen zählte die Referentin, sich eine Figur auszuwählen, die auch zu einem passe und von der man die Biografie im Hinterkopf habe, damit auch alles stimmig sei.

Auch die Feststellung, je einfacher die Figur, um so besser sei es für die Kinder, da man viel mehr in sie hinein interpretieren könne, leichtete ein. Grundsätzlich wurde die Bedeutung einer solchen Figur für den Unterricht als äußerst hilfreich eingestuft.

Sie werde von den Kindern als eigenständiges, lebendiges Wesen angenommen, mit dem sie sich identifizieren können und ihm gerne eniges abschauen und übernehmen. Das Interesse, das die Figur zeige, übertrage sich auf die Kinder und erhöhe den Lerneffekt. Es war zu erfahren, dass die Stimme der Figur sich eindeutig von der der Lehrerin unterscheiden müsse und mit Hilfe der Mimik die passende Stimme gerfunden werden könne.

Die Figuren, die natürlich immer einen Nahmen haben, eignen sich hervorragend zur Wiederholung, können den Unterricht spannender gestalten oder auch entspannen und bieten unerschöpfliche Möglichkeiten der Interaktionen. Neben vielen theoretischen Tipps und Hinweisen demonstrierte Barbara Kirschner das Gesagte eindrucksvoll mit ihren Figuren, allen voran mit ihren Lieblingen, dem Klappmaul Gustave und der Maus Dolly, und auch die Seminarteilnehmer bewiesen aus dem Stegreif, dass sie genau an der richtigen Stelle stehen.

Die beosnderen Nutznießer dieser phantasievollen Lehrmehtode sind jedoch die Kinder. Spaß und Erfolg wird ihnen dabei mit großer Wahrscheinlichkeit beschieden sein.
Gisela Weiershaus

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