Crabilla

Fantastischer Besuch
Figurentheater im Montessori-Kindergarten

Süddeutsche Zeitung, 4./5.11.2000.

Dachau. Nein, der kleine Igel Pieksemops will noch nicht zum Winterschlaf in die Höhle krabbeln. Dort schnarcht sein Vater zwar schon vernehmlich, doch der vom vielen Winterspeck etwas ungelenke kleine Kerl möchte sich erst noch einen Traum verwirklichen: auch einmal eine "Rabimmel-Rabammel-Laterne" zu haben, wie die Kinder an Sankt Martin. Doch wie soll ein Igel, der mitten im Wald wohnt, zu einer Martinslaterne komen? Nun, mit Hilfe der übrigen Waldbewohner, ein klein wenig Magie und natürlich der Unterstützung der kleinen Zuschauer im Dachauer Montessori-aKindergarten.

Die lauschten mit glänzenden Augen der erfahrenene Erzählerin Barbara Kirschner vom Figurentheater Crabilla, die sich selbst mit grauem Umhang und efeuumranktem Filzhut effektvoll als "Baum" in Szene setzte. Und wer alles ihren märchenhaften Bühnenwald bevölkert: Da gibt es einen Baumschrazel, den Mecker-Zwerg und einen freundlichen Berggeist. Und natürlich viele Tiere, ein jedes liebevoll gestaltet und von Frau Krischner mit individueller Stimme gespielt.

Die Kinder erfahren, wie schön es ist, Freunde zu haben, einaner zu helfen. So kommt der kleine Igel zuletzt zu seiner heiß ersehnten Martinslaterne, einige kleine Waldbewohner zu einem sicheren Winterquartier.

Die Kinder sind hingerissen von der liebevoll ausgestatteten Bühne, applaudieren begeistert der fantasievollen Darbietung. Künstler ins eigene Haus einzuladen, "das können wir uns leider nur ganz, ganz selten leisten", bedauert Leiterin Anna Varga-Schaub. Denn nur 23 Kinder besuchen den eingruppigen Montessori-Kindergarten, die Kosten für die Aufführungen sind für so wenige Kinder zu hoch. Noch aus vielen anderen Gründen wünschen sich Trägerverein und Erzieherinnen dringend größere Räume, um den seit sechs Jahren bestehenen Kindergarten zumindest auf zwei Gruppen ausweiten zu können. Denn jedes Jahr gibt es viel mehr Anfragen als freie Plätze; im kommenden Jahr können erstmals nicht einmal alle Geschwisterkinder einen Platz in der Elterninitiativ-Einrichtung bekommen. "Wir wären überglücklich, ein größeres Haus für zwei Gruppen zu finden", so Frau Varga-Schaub.
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Crabilla


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